Wie präsentiert man eine Magistrale, die von vielen mit Verkehrslärm und Leerstand assoziiert wird, in der es aber auch aktive Anwohner und Eigentümer, Händler, Künstler und Vereine gibt, die die Straße zu einem lebenswertem Stadtraum werden lassen?

Entwicklung:
Die Antwort fand der Verein Kunst und Projekte um Jochen Poznanski mit der Nacht der Kunst in der Georg-Schumann-Straße, die 2010 zum ersten Mal organisiert wurde. An 20 Standorten, die sich über die 4,5 kilometerlange Straße verteilten, fanden Ausstellungen, Konzerte und Lesungen statt. Galerien und Ateliers waren geöffnet, aber auch leerstehende Gebäude und Geschäfte wurden zu Kunsträumen.
Nachdem auch die zweite Nacht der Kunst ein Erfolg war, wuchs der Wunsch von Eigentümern und Künstlern sich aktiv an der Nacht der Kunst zu beteiligen. Da die Veranstaltung zu groß für den kleinen Verein wurde, musste 2012 eine neue Organisationsstruktur gefunden werden. Das Japanische Haus übernahm die Projektträgerschaft und verknüpfte das Kunstevent mit einem deutsch-japanischem Workshop zum Thema „Zwischennutzung “. Dazwischen – so lautete auch das Motto der NdK 2012. Die Georg-Schumann-Straße diente hier als Zwischennutzungsbeispiel, aber auch als Experimentierfeld für die Teilnehmer, die ihre Konzepte bei der Nacht der Kunst präsentierten. Mit über 30 Standorten war die Nacht der Kunst so groß wie nie zuvor.
In der Georg-Schumann-Straße ist viel Bewegung, so zog das Japanische Haus in die Eisenbahnstraße, das Magistralenmanagement, das die Organisation 2012 stark forciert hatte, wechselte, so dass das Organisationsteam wieder auf der Suche nach einem neuen Dach war und es im Verein Stadtpflanzer e.V. fand. 2013 wird die Nacht der Kunst zur Nach(t) der Kunst, ein Verweis darauf, dass normalerweise leerstehende Ausstellungsorte durch die Nach(t) der Kunst auch mittel und langfristig eine neue Nutzung finden sollen.
In den letzten vier Jahren hat sich das Profil der NdK zunehmend geschärft.
Sie ist zu einer bunten, vielfältigen Veranstaltung geworden, da sie ein großes Spektrum an Veranstaltungen und Ausstellungen bietet, vom Kunsthandwerk über Hobbykünstler bis zu „professionellen“ Künstlern und fast alle Kunstrichtungen vertreten sind.
2014 freuen wir uns am 6.9. mit der 5. Nach(t) der Kunst unser erstes Jubiläum feiern zu können.

Zielsetzung:
Ziel ist es die GSS als spannenden Stadtraum zu präsentieren, in dem viel passiert, der aber auch Raum und Freiheit für die Verwirklichung eigener Ideen bietet. Der bestehende Leerstand soll verringert werden, indem die künstlerische Inszenierung das Augenmerk auf vergessene und versteckte Orte lenkt und diese als Raum zur Umsetzung eigener Ideen und Projekte ins Bewusstsein rückt.
Über die Organisation vernetzen sich Anwohner, Eigentümer, Künstler, Vereine, Händler und das Magistralenmanagement, so dass sie die entstandenen Kontakte auch über die NdK hinaus nutzen.

Förderhintergrund:
Das Projekt wird 2014 durch das Kulturamt der Stadt Leipzig gefördert.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: